Beitrag vom 3. Februar 2026

Mitte beleben, Boden bewahren – in a nutshell

(C) Bernhard Kerndler, Bürgermeister Krummnußbaum

Das Webinar „Mitte beleben, Boden bewahren“ dient als Einstieg in die dreiteilige Webinarreihe im Projekt KERNSTÜCK – Ortskernrettung und Bodenschutz in Gemeinden.

Entscheidungsträger:innen in Gemeinden stehen oft vor der Frage, wie sie die Ortskernbelebung starten sollen, wie sie die Bevölkerung einbinden können, welche Möglichkeiten sie haben – und wie sie argumentieren können, dass Bodenschutz ein wichtiges Thema in der heutigen Zeit ist und auf Gemeindeebene dringend umgesetzt werden muss.

In ihrem Einstiegsreferat betont DIin Nora Mitterböck (BMLUK):

Es geht um uns!

Bodenschutz betrifft uns als Menschen und Gesellschaft. Es geht uns alle an, wir müssen gemeinsam auf unseren Boden achten und ihn gesund halten. Bodenschutz braucht viele Beteiligte und viele Netzwerke auf allen Verwaltungsebenen: EU – Bund – Bundesländer – Gemeinden. Bodenschutz wird in Europa und in Österreich in Strategien festgehalten. (Klick auf die kleinen Dreiecke zeigt Linksammlungen an.)

Auswahl an Netzwerken
Bodenstrategien in EU und Österreich
Informationen und Initiativen rund um Bodenschutz in Gemeinden

Univ.Prof. Arthur Kanonier (TU Wien) zitiert in seinem Referat die Schweizer Bodenstrategie:

Boden ist mehr als nur Fläche.

Im ÖROK-Monitoring Flächeninanspruchnahme und Versiegelung in Österreich (Dez. 2025) ist deutlich zu erkennen, dass die tägliche Flächeninanspruchnahme gesunken ist und im Jahr 2025 bei 6,5 ha pro Tag gelegen ist. Die Einflussfaktoren für diesen Rückgang sind allerdings nicht ausreichend erforscht.

Bezug nehmend auf den Appell Bodenverbrauch stoppen sowie auf die oben genannte Österreichische Bodenstrategie und den Kommunalen Bodenschutzplan wird deutlich, dass Bodensparen ein dominierendes Thema in den nächsten Jahren sein wird. Herausforderungen werden insbesondere der steigende Siedlungs- und Nutzungsdruck sowie Interessenskonflikte in der Bodennutzung darstellen.

„Bodensparen wird in kleinen Schritten realisiert, in der Abstimmung vielfältiger Interessen und in aufwendigen Planungsprozessen. Gemeinden sind gefordert, Rechtssicherheit zu erlangen, Transparenz zu gewährleisten und Bürger:innen zu beteiligen.“

In seinem Erfahrungsbericht gibt Bgm. Mag. Bernhard Kerndler Einblicke in die Siedlungsentwicklung der Marktgemeinde Krumnußbaum. Er ist überzeugt:

Beteiligung zahlt sich aus.

In der Vergangenheit drohte die ÖBB Haltestelle im Ort geschlossen zu werden, der Nahversorger ging verloren, die Zahlen der Schüler:innen gingen zurück, die Vereine hatten zu wenig Nachwuchs. In einem breiten Beteiligungsprozess wurden die Ziele und Visionen für die Marktgemeinde erarbeitet, wobei öffentlicher Verkehr und Bodenverbrauch, Arbeitsplätze und Nahversorgung, Kinderbetreuung und Freizeiteinrichtungen, Energie und Vereine berücksichtigt wurden.

Den Menschen im Ort Perspektive und Identität zu geben, gehört zu den Erfolgsfaktoren des umtriebigen Bürgermeisters. Dieses Engagement wurde mit dem Österreichischen Klimaschutzpreis 2017 und dem Climate Star 2018 gewürdigt.

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